Der Kirchenvorstand

Was macht eigentlich der Kirchenvorstand?

Der Kirchenvorstand ist Ohr, Gehirn, Mund und Hand der Kirchengemeinde.

Der Kirchenvorstand (KV) wird alle sechs Jahre von den Mitgliedern der Gemeinde gewählt. Er leitet die Gemeinde gemeinsam mit dem Pfarrteam. Momentan besteht der KV aus drei Pfarrpersonen und 12 direkt gewählten Gemeindemitgliedern. Ein Mitglied ist nachberufen worden. In regelmäßigen Sitzungen (monatlich) entscheiden die Kirchenvorsteherinnen und Kirchenvorsteher über die Schwerpunkte des Gemeindelebens.

Der Kirchenvorstand trifft die Grundentscheidungen für die Entwicklung einer Gemeinde. Dabei geht es um theologische Themen ebenso wie um finanzielle und personelle Entscheidungen. Welche Arbeitsschwerpunkte gesetzt werden – auch angesichts knapper werdender Finanzmittel und wohin der Weg der Gemeinde in den nächsten Jahren gehen wird, das entscheidet vor allem der Kirchenvorstand.

Die Mitglieder des Kirchenvorstandes nehmen Beauftragungen für bestimmte Sachbereiche (z. B. Finanzen, Bauangelegenheiten, Personal) wahr. Diese Arbeit geschieht in Ausschüssen, die Ergebnisse werden dann in der Kirchenvorstandssitzung zusammengetragen, diskutiert und beschlossen.

Aus der Arbeit

Die Corona-Pandemie hat auch das Gemeindeleben sehr eingeschränkt und die Gremienarbeit beeinflusst. Gleichzeitig führte dies dazu, dass neue Methoden der Kommunikation und des Miteinanders ausprobiert wurden. St. Nicolai beteiligte sich an der ökumenischen Aktion „Licht der Hoffnung“. Jeden Abend, 19.30 Uhr, läuteten die Glocken. Wer wollte, konnte zuhause das Fenster öffnen, eine Kerze entzünden und ein Gebet sprechen, z. B. das Vaterunser.

Als kleiner Ersatz für die Gottesdienste läuteten auch sonntags, 12 Uhr, die Glocken vieler Kirchen. So waren Christinnen und Christen zur gleichen Zeit in Frankfur  und Offenbach im Gebet verbunden, auch über Konfessionsgrenzen hinweg.

Für jeden Sonn- und Feiertag gab es vom Pfarrteam „Gedanken“, Auslegungen zu Bibeltexten. Sie wurden auf der Homepage veröffentlicht und konnten in schriftlicher Form von einer Wäscheleine mitgenommen werden, die vor dem Eingang der Neuen St. Nicolai-Kirche gespannt war.

Auf www.st-nicolai-gemeinde.de erklang passende Orgelmusik, eingespielt von Kantor Andreas Schmidt. Als Ersatz für das Osterkonzert veröffentlichte er hier eine Sammlung der Highlights der letzten Jahre, bei denen er zusammen mit dem Trompeter David Tasa musizierte. Kirchenvorstandsmitglieder ermöglichten es, die Kirche am Karfreitag und Ostersonntag für ein paar Stunden zum persönlichen Gebet offen zu halten.

Konfirmation verschoben

Für das Feiern von Gottesdiensten musste ein Hygienekonzept und eine verkürzte Liturgie entwickelt werden. Ab Pfingsten öffnet die Neue St. Nicolai-Kirche wieder ihre Pforten. Die Konfirmation und der Start des neuen Konfi-Kurses mussten auf den Herbst verschoben werden. Mit dem Osthafenfestival am 23. August entfällt auch der geplante ökumenische Gottesdienst.

Die Kindertagesstätte stellte eine Notbetreuung sicher und veröffentlichte Anregungen für Familien, die mit ihren Kindern zuhause bleiben mussten. Auch Gemeindepädagogin Gaby Deibert-Dam war online aktiv. In der Vitrine wurde in der Karwoche und an Ostern der „Weg Jesu ans Kreuz“ vom Einzug in Jerusalem bis zum leeren Grab nach und nach aufgebaut und mit Symbolen veranschaulicht.

Auch wenn der Publikumsverkehr ausgesetzt werden musste, wurden im Gemeindebüro die Sprechzeiten telefonisch aufrechterhalten.

Die Kirchenvorstandsarbeit war vor und während der Corona-Krise von weiteren wichtigen Themen geprägt. Die Interessentin auf die vakante Pfarrstelle, die sich im Januar der Gemeinde vorgestellt hatte, zog ihre Bewerbung im laufenden Verfahren zurück. Die Stelle wurde erneut ausgeschrieben. Anfang Mai wurde der Kirchenvorstand über eingegangene Bewerbungen informiert. Ein Ergebnis stand zum Redaktionsschluss noch nicht fest.

Mehr Grün

Die Pläne für das Bauprojekt wurden erneut angepasst. Die Außenanlagen sollen mehr Grün erhalten. Somit dürfte dem Antrag auf Baugenehmigung nichts mehr im Weg stehen. Mittlerweile wurde eine Firma beauftragt, die Hinterleuchtung des Altarfensters zu erneuern.

Nach dem Ausscheiden des langjährigen Küsters und Hausmeisters Kurt Roth konnte zum 1. April die Stelle mit Sascha Biemüller neu besetzt werden. Mit 33 Wochenstunden übernimmt er sonntags Küsterdienste sowie in der Woche Hausmeistertätigkeiten auf dem Gemeindegelände und in der Kindertagesstätte.

In intensiven Beratungen befasst sich der Kirchenvorstand derzeit damit, Verantwortung für die Gemeinde auf mehrere Schultern zu verteilen. Die Arbeit der Ausschüsse soll aufgewertet werden, in dem sie mehr Kompetenzen für Beschlüsse erhalten sollen.

Der Vorstand der Nicolai-Stiftung hatte einen Zuschuss für die Familienfreizeit bewilligt. Diese sollte Anfang Mai stattfinden, musste aber auf Grund der Corona-Auflagen abgesagt werden.

Die Jahresrechnung für das Haushaltsjahr 2018 wurde vom Kirchenvorstand abgenommen. Der Jahresabschluss 2019 fiel für St. Nicolai sehr erfreulich aus. Obwohl eine Entnahme aus Rücklagen geplant war, konnte sogar ein Betrag von über 4.000 k den Allgemeinen Rücklagen zugeführt werden.

Erste Planungen für den Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt vom 12. bis 16. Mai 2021 sehen vor, dass es ein ökumenisches Gute-Nacht-Café in der Baptistengemeinde Am Tiergarten geben soll. In der Neuen St. Nicolai-Kirche sollen morgens und abends Tagzeitengebete angeboten werden. Unterstützung durch Ehrenamtliche wird besonders bei der Betreuung der Quartiere in den zahlreichen Schulen im Ostend benötigt. Jetzt wird gehofft, dass er im neuen Jahr auch stattfinden kann.

Wolfgang Löbermann

Kirchenvorstand . Nicolai Gemeinde Frankfurt am Main

Wer ist im Gremium?

  • Bernd Braun
  • Pfarrerin Sabine Drescher-Dietrich
  • Wilfried Eckert
  • Jochen Kerler
  • Dr. Sibylle Krebs
  • Joachim Kullmann
  • Pfarrer Wolfgang Löbermann
    Vorsitzender des Kirchenvorstands
  • Dieter von Lüpke
  • Miriam Mehler
    Stellvertretende Vorsitzende des Kirchenvorstands
  • Roswitha Mrazek
  • Gisela Pagés
  • Erich Rückl
  • Pfarrer David Schnell
  • Silke Schuler-Engelhard
  • Tatjana Stiege
  • Vinzenz Wiedemann

Ausschüsse

  • Diakonie
  • Erwachsenenbildung
  • Finanzen
  • Gottesdienst & Kirchenmusik
  • Gebäude/Bau
  • Bauprojekt
  • Kinder und Jugend
  • Kindertagesstätte
  • Öffentlichkeit
  • Ökumene
  • Personal
  • Festausschuss
  • Vorstand der Nicolai-Stiftung

Gemeindeleben

Die Aufgaben des Kirchenvorstandes sind sehr vielfältig und geben große Möglichkeiten, das Gemeindeleben mit zu gestalten. Geregelt sind die Aufgaben in § 21 KGO (Kirchengemeindeordnung):

Gottesdienst

Der Kirchenvorstand beschließt die Gestaltung und liturgischen Handlungen eines Gottesdienstes. Ebenso beschließt er über die Einführung neuer Gottesdienstformen und die Gottesdienstzeiten.

Konfirmationsunterricht / Religionsunterricht / Kindergottesdienst

Der Kirchenvorstand ist verantwortlich z. B. für die Planung und Inhalte des Konfirmationsunterrichtes.

Kirchliche Gebäude

Der Kirchenvorstand entscheidet über die Überlassung der Gottesdienst- und Gemeinderäume für besondere Veranstaltungen. Er ist in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Regionalverband für die Bauunterhaltung zuständig und – jetzt ganz aktuell – für den Neubau des Gemeindezentrums.

Christliche Lehre und christliches Leben

Im Kirchenvorstand werden Fragen des christlichen Glaubens und Lebens besprochen, z. B. die Frage: „Wie kann das Evangelium heute noch glaubwürdig verkündet werden?“

Besetzung der Pfarrstellen und Personalangelegenheiten

Wenn eine Pfarrstelle neu besetzt werden muss, wirkt der Kirchenvorstand bei der Besetzung mit. Der Kirchenvorstand entscheidet über die Einstellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Kindertagesstätte oder dem Gemeindebüro.

Förderung des Gemeindeaufbaus und des Gemeindelebens

Der Kirchenvorstand von St. Nicolai unterstützt und fördert vor allem die Bereiche: Diakonie, Kinder– und Jugendarbeit, Eltern- und Familiendienste, Erwachsenenbildung und Seniorenarbeit, Kirchenmusik, Ökumene etc.

Konfliktmanagement

Bei Konflikten und Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde übernimmt der Kirchenvorstand die Funktion eines „Schlichters“ und versucht, eine geschwisterliche Lösung zu finden.

Ehrenamtliche

Der Kirchenvorstand versucht Menschen für ehrenamtliche Tätigkeiten innerhalb der Gemeinde zu gewinnen.

Spenden

Für besondere kirchliche Aufgaben wirbt der Kirchenvorstand um Spenden und freiwillige Dienstleistungen. Auch die Nicolai-Stiftung hat er ins Leben gerufen.

Landeskirche

Aber nicht nur innerhalb der Gemeinde kann der Kirchenvorstand Einfluss nehmen – auch auf landeskirchlicher Ebene wirken die Kirchenvorstände mit:

Die Kirchenvorstände schicken Frauen und Männer aus ihrer Mitte in die Dekanatssynoden, die regionalen Kirchenparlamente. Über die Dekanatsebene wirken die Kirchenvorstände auch bei den Entscheidungen der Landeskirche mit: Sie wählen die Mitglieder der Landessynode. Diese besteht somit aus Laien der verschiedensten Berufe und Regionen und aus Pfarrpersonen, Dekaninnen und Dekanen, Hochschullehrerinnen und –lehrern (an theologischen und anderen Fakultäten). Die Entscheidungen der Synode spiegeln dadurch die Vielfalt des evangelischen Glaubenslebens wieder.

Neue Projekte 2018

Jetzt ist es beschlossen: St. Nicolai bildet für das Aufgabenfeld Kinder- und Jugendarbeit einen Planungsbezirk mit den Gemeinden Bornheim, Luther, Marien und Wartburg. Es wird eine gemeindepädagogische Vollzeitstelle ausgeschrieben. Nach der Besetzung können dann gemeindeübergreifende Projekte angeboten werden.

Bericht aus dem Frühjahr 2019

Im Februar und März musste die Gemeindearbeit Einschränkungen hinnehmen, da gleich mehrere Mitarbeiterinnen im Gemeindebüro und auf Leitungsebene der Kindertagesstätte längere Zeit erkrankt waren. Der Kirchenvorstand freut sich über die Genesung und dankt allen, die durch ihren besonderen Einsatz geholfen haben, die Zeit bis dahin zu überbrücken.

Auf der Gemeindeversammlung am 17. März konnte Antje Grell aus der Bauabteilung des Evangelischen Regionalverbandes berichten, dass die Investorensuche
abgeschlossen sei und nach den Abstimmungen  in den Gremien das Unternehmen bekannt gegeben werde. Daraufhin werden die Pläne des Wohnhauses angepasst und ein belastbarer Zeitplan erarbeitet. Vor dem Jahreswechsel ist nicht mit einem Umzug in Interimsquartiere zu rechnen.

Vorausschauend befasst sich der Kirchenvorstand mit absehbaren Ruhestandsversetzungen von Mitarbeitenden.